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Kurzpredigt Juli 2026

„Es ströme aber das Recht wie Wasser

und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ Amos 5,2

Wir waren vor Jahren in Island und erfreuten uns der unterschiedlichen Landschaft: kleine Geysire, flächenweise und große Geysire, die plötzlich die Landschaft für kurze Zeit bestimmten. Doch uns blieben wesentlich in Erinnerung die überaus großen Wasserfälle, z.B. der Dettifoss im Nordosten “ der wasserreichste Wasserfall Europas…stürzt mit   enormer Kraft in die Jökulsie Schlucht“. Wohin die Wassermassen aufgewühlt und unruhig, alles überspült und eingenommen haben.

Auch wenn Amos nie in Island war, so kennt er sich in Wasserbewegungen aus. Wenn Wassermassen in Bewegung kommen und, man denke an Überschwemmungen, ist es nicht mehr aufzuhalten, alles wird überspült, mitgerissen oder vernichtet. Dann macht sich nur noch das Wasser breit. So soll es auch sein mit Recht und Gerechtigkeit in der Welt.

Trotz der klaren Einsicht in Gottes Willen verschließt er seine Auen nicht vor den Alltagswirklichkeiten So lesen wir: „Höret dies Wort ihr Basanskühe auf dem Berge Samariens, die die Niedrigen unterdrücken und die Armen zertreten, die da sagen zu ihren Herren: Schaff herbei, dass wir schmausen! Geschworen hat Jahwe, der Herr, bei seiner Heiligkeit: Fürwahr, siehe, Tage kommen über euch, da werdet ihr fortgeschafft mit Haken, und was von euch übrig ist, mit Stacheln, und wider euren Willen werdet ihr hinausgetrieben, eine hinter der anderen, und werdet verstoßen nach dm Hemon, ist der Spruch Jahwes.“  (Amos 4, 1-3).

Mag dieses nur beispielhaft genannt sein, so haben wir es in der BRD mit ganz anderen Zahlen zu tun. Wenn es um Recht und Gerechtigkeit geht. Von den über 83 Millionen haben 5000 über 86 Millionen verfügbar, gibt es 250 Milliardäre, 178 Millionäre. Dem gegeüber13,6 % Armuts-Gefährdete und 17,6  % Arme, die sozial ausgegrenzt sind, mehr als die Hälfte des Gesamtvermögens der BRD liegt in den Händen der Oberschicht. Was ist daran Recht und Gerechtigkeit?

Sinnvolles lesen wir in der Geschichte Israel. Bevor das neue Land eingenommen und verteilt wird, informiert Gott das Volk über das Erlassjahr: Alle 50 Jahre soll der Bodenbesitz neu entschieden werden, verkauftes Land kann zurück erworben werden oder auch Land neugewonnen werden. Auch die Häuserfrage wird geklärt. Auf diese Weise soll Armut verhindert werden und die Anhäufung großer Güter keine Zukunft haben (3.Mose 25, 8 - 34).                                         

Ein Modell, das Schule machen sollte!

Recht und Gerechtigkeit bis in alle sozialen Bereiche soll die Menschheit bewegen und weitere Bereiche, damit jeder in Freiheit und Lebensentfaltung sein Heute und Morgen gestalten kann. Weniger will Gott nicht.

Siegward Busat.

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