Kurzpredigt Oktober 2026
„Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“ Galater 5,1
Unter dem „Joch der Knechtschaft“ leben immer noch Massen von Menschen in der Welt und auch in Kreisen der christlichen Gemeinden. Ich denke an eine echt fromme Frau, die regelmäßig in den Gottesdienst und zur Frauenhilfe kam. Sie war echt, ehrlich und offen, beachtlich auch in ihrer Lebensweise. Im Blick auf ihre Zukunft äußerte sie: „Ich bin regelmäßig im Gottesdienst und in der Frauenhilfe und bemühe mich nach den zehn Geboten zu leben. So hoffe ich, wird mir Gott einst, wenn er mich aus der Welt ruft, gnädig sein und mich aufnehmen in sein Reich.“ Das war ihre Hoffnung, aber keine Gewissheit, die in allem Auf und Ab des Alltags trägt.
Der Grund liegt darin, dass diese vorbildliche Frau in der Gemeinde auf ihre Leistung setzte und nicht auf Gottes Tat in Jesus Christus. Doch ehrlicherweise muss man sagen, wer auf das eigene Tun setzt, durch die Einhaltung der zehn Gebote in der Auslegung Jesu, wie sie in der Bergpredigt zum Ausdruck kommt, immer neu scheitern wird; denn niemand kann sie konsequent einhalten. Schon wer eines der 10 Gebote übertritt z.B. durch eine Lüge bzw. eine Unehrlichkeit wird des ganzen Gesetzes vor Gott schuldig und kann einst vor ihm so nicht bestehen.
Darum hat Gott mit Jesus Christus die Möglichkeit, die einzige Chance, geschaffen, auch ohne Stress und Gewissensbelastung an ihn zu glauben und mit ihm zu leben. In Jesus Christus hat er am Kreuz die Schuld aller Menschen und Welt gesühnt (Johannes 3,16 bestätigt es). Jeder nun in der Weltgeschichte, der das erkennt und annimmt, erfährt Vergebung aller Schuld. D.h. Gott trägt keinem Menschen mehr etwas nach, noch wird er es ihm vorhalten im zukünftigen Gericht.
Der Mensch wird also ganz entlastet von seiner Schuld, wenn er diese Vergebung persönlich annimmt und aus Dankbarkeit sich nach dem Willen Gottes von ganzem Herzen ausrichtet. Auch wenn er das nicht konsequent durchhält und täglich neue Vergebung in Anspruch nehmen muss, bleibt er demütig und offen für den Weg mit Gott und Jesus Christus: Gott, was noch alles ermöglicht wird. So kann der Mensch versöhnt mit Gott in ein persönliches Vertrauensverhältnis kommen, in dem er als Kind des Vaters im Himmel alles zur Sprache bringt, was ihn bewegt, betrifft und herausfordert. So ist und bleibt er in der Geborgenheit Gottes und erhält einen langen Atem und Gelassenheit mitten im Alltag.
Wer diesen Gott mit der Möglichkeit kennt und immer neu entdeckt, der kann ihn nur weitersagen und Werbung für diese neue Lebenswirklichkeit machen. So wird man frei durch die Gewissheit des Glaubens und überzeugten Christen in der Gemeinde und Welt. Die religiöse Knechtschaft hat ein Ende. Die Lebensfreude gewinnt und bewegt uns jeden Tag neu!
Gott - gut ist es, dass es ihn gibt und er Neues wirkt - auch heute!
Siegward Busat
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